Schotter in Italien & Frankreich Juli 2014

Schotter in Italien & Frankreich Juli 2014

Im Februar 2014 entwickelte sich die Idee einmal die Schotterpassagen in Lingurien, Pimont und Savoyen zu besuchen. Im speziellen sollte die Lingurische Grenzkammstraße besucht werden. In diesen Zusammenhang sollten dann noch einige Highlights wir der Tunnel du Parpaillon, der Mont Jaffrau und die Assietta Kammstraße befahren werden.

Die Planung der Tour wurde freundlicher weise von einem Freund übernommen. Eine Herausforderung war natürlich die Verfügbarkeit von Kartenmaterial für die Navigationsgeräte. EIne gute Alternative stellt openstreetmap dar. Hier haben wir eine routingfähige MTB Karte gefunden, welche auch die mit dem Motorrad befahrbaren Wege enthält.

In total sind es dann für mich 3100 km in 9 Tagen geworden, wobei der erste Tag im wesentlichen zur Anreise zum Treffpunkt am Samstag den 12.Juli genutzt wurde. Was aber nicht heißt das diese Tour durch den Schwarzwald weniger schön war.

 

11. Juli 2014

Von Hünstetten ging es bis Ettling über die Autobahn um dann auf die kleine Straßen des Schwarzwald abzubiegen.DSC_0092

Ein wesentlicher Fehler an diesem Tag war es auf die Autobahnvingette für die Schweiz zu verzichten. Ab den Grenzübertritt reite sich eine Ortschaft an die andere, wie Kaugummi. Man kam einfach nicht voran. Mein Ziel an diesem Tag war Emmetten, südlich von Luzern, über dem Vierwaldstätter See. Bis Luzern hielt aber die Abfolge der Ortschaften an.20140711-S2040031

12. Juli 2014

Der Samstag begann verregnet, das ich gezwungen war die Regenbekleidung an der ersten Tankstelle anzulegen und so zu vereinbarten Treffpunkt zu fahren. Mit erreichen des Treffpunktes besserte sich das Wetter und die Regenbekleidung konnte wieder in das Topcase verstaut werden. Die weiter Tour führte uns dann über den Grimselpass nach Brig und dann über der Simplon Pass in Richtung Italien. Auf den Simplon erwischte uns nochmals der Regen, aber nur kurzzeitig. Das Wetter wurde zusehends besser in Italien. Ab Ornavasso haben wir die Autobahn genommen um unser Tagesziel in Nähe von Turin zu erreichen. Vorbei am Lago Maggiore und Mailand ging es in Richtung Etappenziel. Die Quartiersuche begannen wir nach Verlassen der Autobahn bei Vercelli. Aufziehende Gewitterwolken am Horizont beschleunigten die Suche. In Moncalvo fanden wir schließlich ein Quartier im Locanda Del Melograno. Ein liebevoll renoviertes Haus mit sehr schönen Zimmern.20140713-S2060002

13. Juli 2014

Die heutige Etappe soll uns zum südlichsten Einstiegspunkt zur Lingurischen Grezkammstraße bringen. Es ging südlich in Richtung Mittelmeer. Gegen Mittag erreichten wir die Gegend um Triora. Von dieser Ortschaft geht es zur LGKS. Unser Hotel lag an diesem Tag noch etwas südlicher (20 km von Sanremo entfernt) Da wir das Hotel so zeitig erreichten entschieden wir uns noch einen Abstecher, zum Strand nach Sanremo zu machen.20140713-S2060013

Am Abend trafen wir dann auch unsere Mitstreiter auf der LGKS, welche mit dem Anhänger bis Turin gefahren sind, um von dort aus mit den Motorrädern zu starten. Sie hatten auch nur die Tour auf der LGKS in Plan und wollten am Mittwoch wieder mit dem Auto zurück.

14. Juli 2014

Heute war es dann so weit, es geht zur LGKS. Vom Hotel geht es nördlich in Richtung Triora und dann rauf zum Col Melosa, dem südlichsten Ausgangspunkt der LGKS. Schnell hatten wir die Caserme Di Marta erreicht. Laut unserm Informationen verläuft die LGKS gerade weiter nördlich. Der Weg sah aber mehr nach einen Waldweg aus, welcher tiefe Fahrspuren aufwies und auch recht viel Gras. Wir versuchten also diesen Weg zu folgen, was aber nach ca.800 m, aufgrund von quer liegenden Bäumen gestoppt wurde.20140714-S2070013

Beim Wenden der Fahrzeuge bemerkten wir das etwas unterhalb ein weiterer Weg vorbei führte, wie sich herausstellte war das der richtige Weg. Also mussten wir an der Caserme Di Marta scharf rechts abbiegen um weiter auf der SP76 zu bleiben. Am Pas de Colle Ardente stand dann ein Schild das die Straße blockiert sein. Da wir uns aber von der Blockade selbst überzeugen wollten sind wir also an dieser Stelle der LGKS weiter gefolgt. Nach ca. 4 km fanden wir den Grund der Sperre.20140714-S2070017

Eine Murre hatte einen Teil des Weges mitgenommen sodass es uns nicht möglich war die Stelle zu passieren. Also umdrehen und eine andere Alternative suchen. Wir sind dann also über San Bernardo zu einer alten Militärstraße gefahren, welche uns wider auf die LGKS brachte. Nach diesen Umweg trafen wir wieder auf die LGKS, ca 3.4 km von der Stelle an der wir umdrehen mussten. Also ging es weiter auf der LGKS. Die Strecke führte durch bewaldetes Gebiet auf einer Höhe von ca. 1900 m.  Als wir in einer Höhe von ca. 2000 m den Wald verließen, sahen wir entfernt eine Bagger an der LGKS arbeiten. Nach einer kurzen Unterhaltung mit dem Fahrer ließ dieser uns passieren, mit dem Hinweiß das in ca. 2 km ein Schneefeld komme welches wir wahrscheinlich nicht passieren können. Nach ca 1 km wurden wir abermals durch eine unpassierbare Stelle gestoppt. Wiederum war durch einen Murren Abgang der Weg für uns unpassierbar. Somit entschieden wir uns zurück nach San Bernardo zu fahren und ein Unterkunft auf befestigten Straßen zu suchen. In Pamparato fanden wir dann ein Hotel in welchen wir so richtig italienisch zu Abend speisen konnten.

15. Juli 2014

Da wir es gestern nicht zum nördlichen Endpunkt der LGKS geschafft hatten, entschlossen wir uns als erstes über befestigte Straßen zu Col de Tende und von dort zu Fort Central zu fahren.20140715-S2080004

Somit haben wir von der gesamten Strecke der LGKS (ca 65 km) insgesamt ca, 42 km befahren, einige Teil zweimal, da wir umkehren mussten. Ich denke aufgrund der Meldungen über die Umpassierbarkeit ein ganz gutes Ergebnis.

Vom Fort Central ging es dann über befestigte Straßen in Richtung Col de Bonett,20140715-S2080047

über den Col Lombarde. Vom Bonett aus ging es ins Tal um eine Unterkunft zu suchen. Desweiteren mussten wir uns von zwei Mitstreitern verabschieden, welche zu Auto und Anhänger nach Turin aufbrachen.

16. Juli 2014

Heute soll es zum Tunnel du Parpaillon gehen. Auch hier kursierten im Internet Berichte von der Unpassierbarkeit oder nur schweren Durchkommen mit dem Motorrad. Da der Tunnel im inneren Permafrost hat ist er oft nicht passierbar. Zudem ist die Ausmauerung nach ca 100 m von südlichen EIngang durch das Eis an Decke und linker Seitenwand eingestürzt, was zur schweren Passierbarkeit führte. Wie uns im Hotel erzählt wurde hat es aber eine Räumaktion just am Vortag gegeben welche den Tunnel passierbar machte. Also ging es von La Condamine in Richtung Tunnel, welchen wir ohne Probleme auf 2700 m am Südeingang erreichten.DSC_0101

Als erstes wurde der Tunnel zu Fuß inspiziert. Tatsächlich war der Tunnel beräumt worden und somit gut passierbar. Der Tunnel ist 500 m lang und mit einigen Knöchel tiefen Pfützen versehen, aber nicht was die Durchfahrt hindert. Am Süd Eingang fanden sich noch zwei allein Fahrer ein, ein Motorradfahrer aus Bremen sowie ein Engländer. Auf der anderen Seite trafen wir noch zwei Belgier, welche den Tunnel von Nord nach Süd durchfahren wollten.20140716-S2080066

In Le Villard erreichten wir wieder befestigte Straßen. Nach einer Mittagspause in Briacon ging es weiter über den Col du Galibier in Richtung Italien. In Mondane wollten wir den Straßen Tunnel nach Italien nutzen, mussten aber feststellen das dafür 28,-€ Maut fällig werden. Kurzentschlossen haben wir dann unsere Fahrt über den Mount Cenesi nach Italien fortgesetzt, das war ja nur ein kleiner Umweg von ca. 90 km und die Route ging über sehr schöne Straßen. Am nächsten Tag sollte es dann auf den Mount Jaffrau gehen, also wollten wir eine Unterkunft in der Nähe des Einstiegs zum Jaffrau. Mit Erreichen von Susa zogen Gewitterwolken auf, welche uns dazu drängten ein Quartier in Susa zu suchen.

17. Juli 2014

 Die Tour zum Mount Jaffrau startete mit der Anfahrt auf befestigten Straßen, von den wir dann kurz vor Salbertrand abbogen. Das erste Ziel auf der Route war nach ca 7 km erreicht, Fort Pramand.20140717-S2090011

Die letzten drei Serpentiene rauf zum Fort hatten es in sich. Der Weg war recht steil und ausgewaschen. Die XT und auch die GSA hatten ganz schön zu schaffen. Aber letztendlich wurde die Auffahrt gemeistert. Das Fort liegt auf 2170 m und man kann oben auf das Dach des Fort fahren. 20140717-S2090013Von hier ging es weiter zum eigentlichen Ziel, dem Fort Jaffrau auf 2790 m. Zuvor muss noch ein Tunnel von ca. 900 m durchquert werden. Der Tunnel stellte keine weitere Hürde dar. Es gab zwar reichlich Wasser von der Tunneldecke aber er war ohne Problem passierbar. Die weitere Strecke führte durch atem berauende Landschaft allmälich rauf zum Fort Jaffrau. Hier kann man ebenfalls oben auf das Fort fahren und hat eine super Aussicht auf die Landschaft.20140717-S2090018

Hier ober bemerkten wir das mein Vorderrad eine Nagel, offensichtlich von eine Nagel beschlagenen Wanderschuh, aufgesammelt hatte. Da aber die Luft im Reifen augenscheinlich hielt, entschieden wir die fällige Reparatur im Tal durchzuführen. Also ging es mit dem Nagel im Reifen zurück ins Tal zur ersten Tankstelle.  Dort angekommen wurde der Reifen geflickt und die Fahrt konnte nach ca. 30 min fortgesetzt werden. Das Ziel des heutigen Tages war Sestriere.

18.Juli 2014

20140718-S2090031Am heutigen Tag soll es über die Assiette Kammstrase zum Col de Finestre und dann diesen runter nach Susa gehen.

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Von Suasa ging es dann weiter über den Col du Cenesi, Col de L Iseran und den Kleinen St. Bernhard nach Aosta.20140718-S2090051

19. Juli 2014

Dies ist unser letzter Tag der Tour. Es geht über den großen St. Bernhard  in Richtung Martingy. 20140719-S2100003Dort ging es auf die Autobahn und in Richtung Heimat. Am Autobahndreieck Härkingen trennten sich dann unsere Wege. Der Samstag war eines der heißesten Tage im Juli. Teilweise hatte ich das Gefühl von einen Föhn angeblasen zu werden. Gegen 18:00 hab ich dann die heimatliche Garage erreicht.

Rückblick

Wir hatten Glück mit dem Wetter, außer bei der Anfahrt haben das Regenzeug nicht gebraucht. Die vorgenommen Schotterstrecken konnten bis auf einige Teile der LGKS befahren werden. Es war ein einmaliges Erlebnis, von dem ich noch lange zehren werde. Es ist erstaunlich was alles mit einer Reiseenduro mit vollen Gepäck auf Schotter geht.

Meinen Freund Peter möchte ich an dieser Stelle für die Super Vorbereitung der Tour danken. Wenn man bedenkt das wir beide zum ersten mal in dieser Gegend unterwegs waren hat doch alles super geklappt.

Natürlich nicht zu vergessen die beiden Mitstreiter an den ersten Tagen Roger und Steff.

Es war eine super Truppe und alles hat bestens harmoniert.

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Emmetten Schweiz
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